1x1 Baufinanzierung

Das kleine 1×1 der Baufinanzierung: Begriffe einfach erklärt


Der Traum von den eigenen vier Wänden ist oft nur eine Unterschrift weit entfernt – doch diese Unterschrift hängt an einem Dokument voller Fachbegriffe. Was bedeuten Sollzins, Tilgung & Bereitstellungszinsen? Unser 1×1 der Baufinanzierung erklärt die wichtigsten Begriffe einfach und verständlich. Jetzt lesen!

Sollzins vs. Effektivzins: Was kostet der Kredit wirklich?

Oft werden Ihnen zwei verschiedene Prozentsätze präsentiert. Es ist wichtig, den Unterschied zu kennen, um Angebote vergleichbar zu machen.

Der Sollzins (früher Nominalzins)

Der Sollzins ist der reine „Mietpreis“ für das Geld, dass Sie sich von der Bank leihen. Er bezieht sich rein auf die Darlehenssumme, lässt aber Nebenkosten oder den Zeitpunkt der Verrechnung außen vor.

Der Effektivzins (Der „Wahrheitsparameter“)

Wenn Sie wissen wollen, was Sie die Finanzierung tatsächlich kostet, schauen Sie auf den effektiven Jahreszins. Hier sind zusätzliche Faktoren eingerechnet, wie:

  • Bearbeitungsgebühren (falls vorhanden)
  • Die Tilgungsverrechnung
  • Die Häufigkeit der Zinszahlungen
  • Tipp: Vergleichen Sie Darlehen immer auf Basis des Effektivzinses, da dieser die Gesamtkosten transparenter abbildet.

Der Tilgungssatz: So schnell werden Sie schuldenfrei

Während die Zinsen die Gebühr für die Bank sind, ist die Tilgung der Teil Ihrer monatlichen Rate, mit dem Sie den eigentlichen Kredit zurückzahlen.

  • Anfängliche Tilgung: Meist wird ein Prozentsatz vereinbart (z. B. 2 % oder 3 % pro Jahr).
  • Der Zinseszins-Effekt: Da Sie bei einem herkömmlichen Annuitätendarlehen mit jeder Rate einen Teil des Kredits zurückzahlen, sinkt die Restschuld. Dadurch sinkt der Zinsanteil Ihrer Rate und der Tilgungsanteil steigt automatisch an – bei gleichbleibender monatlicher Rate (Annuität).

Je höher die Tilgung, desto schneller sind Sie schuldenfrei, aber desto höher ist auch Ihre monatliche Belastung.

Bereitstellungszinsen: Wenn Warten teuer wird

Ein oft unterschätzter Posten bei Neubauten. Wenn Sie einen Kreditvertrag unterschreiben, hält die Bank das Geld für Sie bereit. Da die Bank dieses Geld in der Zwischenzeit nicht anderweitig verleihen kann, verlangt sie nach einer gewissen Zeit eine Entschädigung.

  • Wann fallen sie an? Meist nach einer „bereitstellungszinsfreien Zeit“ (oft 6 bis 12 Monate).
  • Wie hoch sind sie? Üblich sind ca. 0,15 % bis 0,25 % pro Monat auf den noch nicht abgerufenen Teil des Darlehens.
  • Tipp: Achten Sie bei Bauvorhaben mit langen Genehmigungsphasen auf eine möglichst lange bereitstellungszinsfreie Zeit, um unnötige Kosten zu vermeiden.

Die Zinsbindung: Planungssicherheit vs. Flexibilität

Die Zinsbindung legt fest, wie lange der vereinbarte Zinssatz garantiert bleibt (z. B. 10, 15 oder 20 Jahre).

  • Lange Bindung: Sicherheit gegen steigende Zinsen, meist etwas teurerer Aufschlag.
  • Kurze Bindung: Günstigerer Zinssatz, aber das Risiko, dass die Zinsen nach Ablauf der Frist deutlich höher stehen (Anschlussfinanzierung).

Fazit: Gut informiert zur Traumimmobilie

Die Baufinanzierung ist ein Marathon, kein Sprint. Wenn Sie die Unterschiede zwischen Soll- und Effektivzins kennen und Ihre Tilgung klug wählen, haben Sie das Fundament für Ihr Eigenheim bereits sicher gegossen.

Vergleichen Sie ihre Baufinanzierung für den besten Soll-/Effektivzins!